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Gesellschaft
e.V. |
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Predigt zum Privilegienfest Per
me reges regnant. Zum Verständnis von Amt und
Gottesbezug In
den zurückliegenden Monaten hat es zwei große Ereignisse gegeben, mit denen
das Verständnis von Amt, Verantwortung in der Leitung eines Staates und
Regierungsform zeitweise ganz in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt
sind: Zum einen die Beerdigung von Königin Elizabeth II. dann die
Krönungsfeierlichkeiten von König Charles III. in der Westminster Abbey im
Mai dieses Jahres. Eine Predigt am Privilegienfest
kann daran eigentlich nicht vorbeigehen. (vielleicht geht das aber auch nur
mir so, weil ich anglophil bin und der Es
geht mir dabei in meiner Predigt aber nicht um eine vergleichende Analyse von
Regierungsformen. Und auch nicht darum, wie der/ die Einzelne rational oder
emotional zu Monarchie und Königtum oder Es
ist ja ohnehin auch so, dass die Monarchie des
Mittelalters in einer ganz anderen Weise Macht und Regierungsgewalt hatte,
als das in den heutigen oft konstitutionellen Monarchien normalerweise der
Fall ist. Worum
es mir geht, sind sich durchziehende rote Linien, die wichtig sein können für
ein rechtes Verständnis von Amt und Machtausübung, unabhängig vom System. Und
dies trifft auch nicht nur für weltliche Die
Krönung in Westminster hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich auch der
englische Monarch in ungebrochener Tradition immer noch versteht als von Gott
her bemächtigt, auch wenn im bestehenden politischen System Großbritanniens
längst andere die reale Macht ausüben. Es gehörte ebenso Mut wie Traditionsbewusstsein
dazu, einen der zentralen Teile der Krönung, nämlich die Salbung des neuen
Königs, bei der Fernsehübertragung nicht zu zeigen, weil dies ein Moment
allein zwischen Gott und dem Monarchen ist. In der Salbungsformel wird aber
deutlich: Es geht hier nicht um eigene Macht und Vollkommenheit. Der
Erzbischof von Canterbury spricht: And as
Solomon was anointed king
by Zadok the priest and Nathan the prophet, so may you be anointed,
blessed, and consecrated
King over the peoples, whom the Lord your God has given
you to rule and govern Schon
zur Zeit der Ottonen trugen die mittelalterlichen Herrscher auf der um das
Jahr 1000 geschaffenen Reichskrone des Heiligen Römischen Reichs das
alttestamentliche Zitat Per me reges regnant Ein
Monarch, der meinte, niemandem verantwortlich zu sein und sozusagen tun und
lassen zu können, was er wollte, wie es sich bei manchem absolutistischen
Fürsten dann gezeigt hat, verletzt eines der Grundgesetze der Ausübung von
Macht und christlichem Verständnis von Verantwortung. Dies
übrigens unabhängig vom jeweiligen politischen System. Auch
der demokratisch gewählte Herrscher ist sich nicht Selbstzweck, kommt nicht
für sich ins Amt, sondern hat denen zu dienen, die ihn in dieses Amt gewählt
haben — und auch denen, die ihn nicht gewählt haben. Auch hier eine
Selbstbescheidung, die nicht mehr darin zum Aus Damit
bin ich bei den Grenzen der Machtausübung: Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass
auch die mittelalterlichen christlichen Herrscher diese nicht immer beachtet
haben, oder Päpste, so wenig wie Macht
Recht
und Gerechtigkeit sind Namen Gottes, schon im AT. Politik als Sir: to keep you
ever mindful of the law
and the Gospel of God as the
Rule for the whole life and government of Christian
Princes, receive this
Book, the most valuable thing that this world
affords. Papst
Benedikt hat im dt. Bundestag zurecht darauf hingewiesen, dass unsere
heutigen Ideen von Menschenrecht, Gleichheit aller Menschen Gott allein ist der Schöpfer und
Herr über Mensch, Schöpfung und Zeit. Herr auch über
unser aller Leben. Herr über alle, die Macht haben und ausüben. Mögen sie
ihrer Verantwortung ebenso eingedenk sein wie der Tatsache, dass die Macht
nicht von ihnen selbst kommt und sie sich für ihr Handeln rechtfertigen
müssen, und sie sich mühen |